Hybride Wärme - Alle Vorteile auf einen Blick
Clever und versorgungssicher - heizen mit Hybridtechnik für auf Zukunft ausgerichtete Gebäude
Im Privathaushalt entfällt der überwiegende Teil der eingesetzten Energie auf die Raumwärme (ca. 70 Prozent) und Warmwasserbereitung (ca. 15 Prozent). Der Bedarf ist abhängig vom energetischen Gebäudezustand und einem eventuellen Sanierungsbedarf, der Wohnfläche, der Außentemperatur sowie dem individuellen Wärmeempfinden bzw. dem Heiz- und Lüftungsverhalten.
In der Diskussion um Klimaneutralität, Versorgungssicherheit und der Unabhängigkeit gegenüber geopolitischen Ereignissen führen drei erneuerbare Energieträger auch regenerative Energien genannt, die Diskussion an: Wind, Sonne, Wasser und Biomasse wie z.B. Holzenergie. Laut Umweltbundesamt zählen sie zusammen mit der Geothermie (Erdwärme) zu den wichtigsten Säulen einer nachhaltigen und klimaschonenden Energieversorgung. Da wir hierzulande nicht immer über genügend Wind oder Sonneneinstrahlung zur flächendeckenden Stromerzeugung verfügen, ist das Heizen mit Biomasseheizungen wie Pellet- und Scheitholzöfen sowie eines individuell gebauten Kamins eine echte Alternative zu fossilen Brennstoffen. Gerade wo nun auch noch eine Alternative für Gas und Öl benötigt wird, spielen die regenerativ betriebenen Energiesysteme eine entscheidende Rolle. Dabei führt die Wärmepumpe das weite Feld der Wärmeversorger an.
In Kombination mit einer weiteren Wärmetechnologie entstehen somit hybride Heizsysteme, die die jeweiligen Stärken unterschiedlicher Wärmeerzeuger miteinander verbinden. Gerade vor dem Hintergrund von Versorgungssicherheit, Flexibilität und einer zunehmend technologieoffenen Wärmeversorgung gewinnen solche Lösungen an Bedeutung.
Eine Hybridheizung – Was ist das eigentlich?
- Eine Kombination aus zwei Wärmeerzeugern
- Einzelraumfeuerstätte (Gas- oder Ölheizung) und Wärmepumpe
- Kombiniert aus wirtschaftlichen, technischen oder ideellen Gründen
Technologieoffen heizen – Hybridlösungen bleiben eine attraktive Option
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), als Nachfolger des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), setzt der Gesetzgeber im Bereich der Gebäudewärme stärker auf Technologieoffenheit. Eigentümer können einfacher zwischen unterschiedlichen Technologien wählen und diese auch miteinander kombinieren. Neben Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasseheizungen und weiteren Lösungen sind ausdrücklich auch hybride Heizsysteme möglich.
Für den Einbau bestimmter klimafreundlicher Heizsysteme gibt es auch weiterhin Fördermöglichkeiten im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Vor einer Investitionsentscheidung empfiehlt sich daher eine Prüfung der aktuell geltenden Förderbedingungen.
Holz – ein perfekter Partner
Das Heizen mit Holz eignet sich perfekt als Partner der Wärmepumpe. Dabei ermöglicht die Nutzung von Rest- und Abfallholz aus dem Wald, aus Sägewerken oder der Landschaftspflege eine effiziente energetische Verwertung dieser Holzsortimente.
Zudem weisen moderne Feuerstätten gegenüber älteren Gerätegenerationen höhere Wirkungsgrade auf und können den Brennstoff entsprechend effizienter nutzen. So wird bspw. ein wasserführender Kamin- oder Pelletofen mit einer Wärmepumpe und bei Bedarf zusätzlich mit einer Solaranlage kombiniert. Ein weiterer Vorteil liegt im effizienten Zusammenspiel der verschiedenen Wärmeerzeuger. Da die Hybridheizung mehrere Energiequellen nutzt, kann sie effizienter arbeiten. Die Wärmepumpe nutzt dabei die Umgebungswärme, die Solaranlage die Sonnenenergie. Die Holzheizung kann bei kalten Außentemperaturen, sog. Spitzenlastzeiten, zugeschaltet werden und so die Wärmepumpe entlasten. Das heißt: Die Effizienz einer Luft-Wasser-Wärmepumpen sinkt mit zunehmend niedrigeren Außentemperaturen. Darüber hinaus fungiert der Kaminofen als Backup oder Stromausfällen und springt bei Dunkelflauten ein. Aber auch in Kombination mit Wärmenetzen sowie einer Gas- oder Ölheizung spielt die Feuerstätte ihre Vorteile aus.
Zukunftsfähig
Durch die Verwendung erneuerbarer Energien ist diese Kombination auf eine zukunftsfähige Wärmeversorgung ausgerichtet und besticht durch hohe Effizienz.
Versorgungssicher
Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit - Überbrückung von Dunkelflauten und Blackouts durch den Kaminofen – klassische Feuerstätten sind nicht netz- oder leitungsgebunden und funktionieren ohne Hilfsenergie. Das gibt ein gutes Gefühl von Sicherheit und Unabhängigkeit.
Für Bestand und Neubau
Die Wärmepumpe- und Ofenkombination eignet sich sowohl im Alt- als auch im Neubau.
Effizient an kalten Tagen
Unterstützung der Wärmepumpen durch den Kaminofen an besonders kalten Tagen. Das schont die Wärmepumpe, senkt den Stromverbrauch und entlastet an solch stromintensiven Tagen die Stromnetze.
Clever gespart
Durch die Kombination zweier Wärmequellen ist man unabhängiger von steigenden Energiepreisen.
Im Winter warm und im Sommer kühl
Optionale Kühlfunktion der Wärmepumpe im Sommer – Ideal an heißen Tagen und man spart die Kosten für eine Klimaanlage.
Wertsteigernd
Wertsteigerung ihrer Immobilie durch fortschrittliche Heiztechnik besonders in Kombination mit einem Versorgungsschornstein.
Für eine schnellere Wärmewende
Flexibel, optimales Raumklima, maximale Unabhängigkeit und geringe Betriebskosten – das alles geht mit einer Wärmepumpen- und Ofenkombination.
Energieeffizient: Weil die Hybridheizung mehrere Energiequellen nutzt, kann sie effizienter arbeiten. Die emissionsarme Wärmepumpe nutzt die Umgebungswärme, die Solaranlage die Energie der Sonne. Die Holzheizung kann als Backup in Spitzenlastzeiten und Dunkelflauten zugeschaltet werden. Die Kombination der verschiedenen Techniken kann den Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen reduzieren. Durch die Feuerstättenkombination benötigt man eine kleinere Wärmepumpen-Leistung. Der Vorteil: Geringere Investitionskosten u. niedrigere Lärmemissionen.
Flexibel: Durch die Kombination von verschiedenen Technologien kann eine hybride Heizung flexibler eingesetzt werden. Zum Beispiel kann eine Wärmepumpe bei milden Temperaturen effizient arbeiten, während die Einzelraumfeuerstätte bei extrem kaltem Wetter eingesetzt werden kann. Eine Solaranlage kann die Wärmepumpe zusätzlich unterstützen und auch zur Warmwasserbereitung genutzt werden. So können schwankende Energiepreise optimal aufgefangen werden.
Unabhängig: Holz und Pellets sind heimische Brennstoffe mit regionaler Verfügbarkeit, langer Speicherkapazität und bieten Unabhängigkeit bei geopolitischen Krisen, Dunkelflauten und Blackouts. Dabei wird die Wärmeversorgung breiter aufgestellt und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert. Stromunabhängige Feuerstätten können zudem auch bei Stromausfall Wärme bereitstellen und damit einen zusätzlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.
Komfortabel: Eine hybride Heizung kann den Wohnkomfort erhöhen, da sie eine gleichmäßige Wärmeversorgung im Haus gewährleistet. Eine Wärmepumpe und eine Wohnraumfeuerstätte können auch in Verbindung mit einer Fußbodenheizung eingesetzt werden, die eine angenehme Wärme im ganzen Haus bietet. Obendrein sorgt ein Kaminofen im Aufstellraum für eine angenehme Strahlungswärme.
Optimierbarkeit: Wird bei der hybriden Heiztechnik konsequent auf erneuerbare Energien gesetzt, lässt sich der Verbrauch fossiler Brennstoffe weiter reduzieren. Damit können auch die mit deren Nutzung verbundenen CO₂-Emissionen verringert werden. Vor dem Hintergrund, dass jedes Jahr in Deutschland rund 150 Millionen Tonnen CO₂ durch Heizung, Kühlung und Warmwasserbereitstellung entstehen, ergibt sich hier ein enormes Einsparpotenzial.
Überraschendes über die Holzenergie
Holz ist nicht gleich Holz – Die Qualität ist entscheidend
Während es sich bei Holzpellets um einen genormten Brennstoff (DIN EN ISO 17225-2) aus gepressten Resten der Sägeindustrie handelt, ist Scheitholz ein naturbelassener Brennstoff.
Da gerade die Brennstoffqualität einen erheblichen Einfluss auf eine ordnungsgemäße Verbrennung hat, haben der HKI-Industrieverband und der Brennholzverband (BuVBB) das Qualitätszeichen „Kooperation Holzfeuer“ für angeschlossen Mitgliedsbetreibe ins Leben gerufen. Mit konkreten Kriterien, die bei der Produktion, der Holzlieferung sowie im Kundenservice einzuhalten sind. Das Qualitätszeichen steht somit für festgelegte Anforderungen an die Qualität des angebotenen Scheitholzes und schafft damit Orientierung für die Verbraucher. Denn eine definierte Brennstoffqualität bildet eine wichtige Voraussetzung für eine ordnungsgemäße und effiziente Verbrennung.